Теоретическая грамматика немецкого языка

Der grammatische Bau der Sprache. Vieldeutigkeit des Terminus «Grammatik». Grammatik im weiteren Sinne des Wortes. Der Aufbau und der Inhalt der
Grammatikbücher.

Das Wort «Grammatik» ist mehrdeutig. Dieser Begriff wird verwendet als Bezeichnung der Sprachwissenschaft, die sich mit den sprachlichen Formen
beschäftigt, als theoretische Darstellung, Lehrbuch der Grammatik.

Das Wort «Grammatik» wird unterschiedlich begreifen (im weiteren und engeren Sinne). Entsprechend spiegeln sich die Unterschiede im Aufbau und im Inhalt
der Grammatikbücher wider.

Grammatik im weiteren Sinne des Wortes bezeichnet das gesamte Sprachsystem einerseits und die dieses System beschreibende Theorie andererseits. Dazu einige
Beispiele der traditionellen Auffassung der Grammatik:

Duden-Grammatik 1984 («Die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache»). Sie enthält zwei Abschnitte: das Wort und den Satz. Im ersten Hauptabschnitt werden
die Lautlehre, die Morphologie, die Lexikologie und die Wortbildung behandelt. Im zweiten Hauptabschnitt werden der Satz, sowohl der einfache als auch der
zusammengesetzte, und seine Klanggestalt dargestellt. Die Darstellung des Buches erfolgt in der Richtung vom Wort zum Satz, anders gesagt von den
Bestandteilen zu den konstruierten Einheiten.

In der entgegengesetzten Richtung, d.h. vom Satz zum Wort, ist die «Grammatik der deutschen Sprache» von W. Jung (1980) aufgebaut. Sie enthält folgende
Abschnitte:Syntax,Wortarten, Wortbildung, Aussprache und Betonung.

Grammatik im engeren Sinne des Wortes. Der Aufbau und der Inhalt der Grammatikbücher.

Unter dem grammatischen Bau einer Sprache wird die Gesamtheit der grammatischen Einheiten dieser Sprache und der Regel ihrer Verwendung verstanden.

Grammatik im engeren Sinne des Wortes bezeichnet den grammatischen Bau einer Sprache einerseits und die diesen Bau beschreibende Theorie andererseits.
Beispiele:

Die meisten Bücher, die sich auf diese Auffassung der Grammatik gründen, bestehen aus zwei Hauptteilen: aus der Wort- und Satzlehre. Solch einen Aufbau hat
z.B. das Buch von W.G. Admoni «Der deutsche Sprachbau». Von diesem Buch unterscheidet sich die «Einführung in die Grammatik und Orthographie der deutschen
Gegenwartssprache» von K.E. Sommerfeldt, G. Starke und D. Nerius dadurch, dass hier auch orthographische Probleme ausführlich behandelt werden. In den
letzten Jahren sind auch Grammatikbücher erschienen, in denen die Textproblematik zur Sprache kommt.

Es gibt verschiedenartige Variationen in der Auffassung und Darstellung. Diese Unterschiede sind durch mehrere Ursachen bedingt, die sowohl objektiver, als
auch subjektiver Natur sein können. In diesen Büchern wird keine systematische, alle Probleme umfassende Darstellung des grammatischen Baus angestrebt.
Behandelt werden vor allem diejenigen Fragen der Morphologie, Syntax und Textgrammatik, die nach der Ansicht des Verfassers interessant und wichtig sind.

Hauptzüge des deutschen Sprachbaus.

Sehr charakteristisch für die deutsche Sprache ist der ausgiebige Gebrauch der inneren Flexion, die in anderen germanischen Sprachen jetzt eine durchaus
bescheidene Rolle spielt. In Verbindung mit der äußeren Flexion und den analytischen Mitteln der Grammatik führt die innere Flexion oft zu einer
beträchtlichen Übercharakterisierung (d.h. zur Bezeichnung eines und desselben grammatischen Inhalts durch mehrere grammatische Formmittel). So wird in der
Form die Wälder der Plural dreimal zum Ausdruck gebracht: mit Hilfe des Umlauts, der Pluralmorphems -er und der Pluralform des Artikels.

Sehr wesentlich für die morphologische Struktur des Wortes im Deutschen ist die ungleichmäßige Verteilung der Flexion. Bei einigen Redeteilen ist die
Flexion bedeutend stärker ausgebildet als bei den anderen. Besonders arm an der Flexion ist das Substantiv. Nicht nur das Verb, sondern auch das
demonstrative und possessive Pronomen und das Adjektiv, also die Wortarten, die syntaktisch als Bestimmungen des Substantivs auftreten, haben viel
reichhaltigere Flexionssysteme als das Substantiv. Sehr reich an Flexion ist der Artikel, obgleich er nur ein Hilfs- oder Formwort ist.

Zu den charakteristischen Merkmalen der deutschen Morphologie gehört die Herausbildung einer Reihe von Formen mit veränderlicher Flexion. Das sind die
Formen, die in einer und derselben grammatischen Funktion verschiedenartig flektiert werden können. So bekommt das Adjektiv in einem und demselben Kasus,
Geschlecht und Numerus zuweilen die «starken» (pronominalen), zuweilen die «schwachen» (nominalen) Endungen: schönes Wetter – das schöne Wetter.

Die Stellung der theoretischen Grammatik unter anderen linguistischen Disziplinen.

Die Stellung der Grammatiktheorie unter den anderen linguistischen Disziplinen ergibt sich aus der Stellung des grammatischen Baus im Sprachsystem. Die
Sprache kann als ein System, d.h. als eine Gesamtheit von zusammenwirkenden sprachlichen Einheiten betrachtet werden. Der grammatische Bau ist ein
organischer Bestandteil des Sprachsystems, der mit anderen Bestandteilen des Sprachsystems auf innigste verbunden ist.

Jeder Bestandteil (Komponente/Ebene) des Sprachsystems besitzt eigene Einheiten sowie die Regeln ihrer gegenseitigen Verknüpfung und ihres Funktionierens.
Es ist möglich, jeden Bestandteil des Sprachsystems zum eigenständigen Untersuchungsobjekt zu machen, indem man von den Beziehungen zu den anderen
Bestandteilen abstrahiert. Aber diese Beziehungen müssen dort, wo sie nötig sind, berücksichtigt werden.

Die Verbindung der Grammatik mit dem Lautsystem und den prosodischen Mitteln (Intonation und Akzent) ist verschiedenartig. So z.B. bestehen alle
grammatischen Morpheme aus Phonemen oder Phonemfolgen, die durch Laute bzw. Lautfolgen ausgedrückt werden. Die Betonung spielt beispielsweise in der
Formbildung eine gewisse Rolle (z.B. das betonte Präfix wird vom Verbalstamm abgegrenzt). Am wesentlichsten aber ist, dass die prosodischen Mittel als
bestimmende Elemente des Satzes fungieren, indem sie diesem eine bestimmte Klanggestalt verleihen. Die Intonation kann ein einzelnes Wort zum Satz machen
(z.B.: Feuer! Fort!).

Der Gegenstand und die Aufgaben der theoretischen Grammatik.

Die Aufgaben der theoretischen Grammatik:

die Einheiten des grammatischen Baus sowie die Regeln ihrer gegenseitigen Verknüpfung und ihres Funktionierens aufzuzeigen, ihr Wesen zu erkennen und zu
beleuchten;

ihre Beziehungen zu den Einheiten anderer Komponenten des Sprachsystems mit in Betracht zu ziehen;

die wichtigsten Konzeptionen kritisch zu besprechen;

die Ursachen der wesentlichen Unterschiede in der Darstellung des grammatischen Baus durch die einzelnen Autoren kritisch und möglichst objektiv zu
erklären;

die Fähigkeit der Studierenden, logisch zu denken und zu analysieren, zu vervollkommnen.

Die Gliederung des grammatischen Sprachbaus in Morphologie und Syntax. Die Textgrammatik.

Traditionell werden als Grundeinheiten der Sprache WORT und SATZ angesehen. Dementsprechend wird der grammatische Bau in zwei Hauptbereiche gegliedert: in
Morphologie und Syntax. Eine ähnliche Gliederung wird auch innerhalb der Grammatiktheorie vorgenommen.

In den letzten Jahrzehnten wird auch der Text immer mehr als Objekt grammatischer Forschung angesehen. Deshalb ist auch Textgrammatik als Theorie des
Textes entstanden, vgl. z.B. /Москальская 1981/.

Der Gegenstand der Morphologie

In den Grammatikbüchern wird der Gegenstand der Morphologie (Wortlehre/Formenlehre) nicht einhellig festgelegt. So wird z.B. in /Schmidt 1973/, /Erben
1972/, /Brinkmann 1971/ die traditionelle Abgrenzung der Morphologie und der Syntax in irgendwelcher Form beibehalten. Daneben gibt’s Grammatikbücher, wo
von der Syntax ausgegangen wird. So nennt P.Eisenberg den Gegenstand seines Buches Morphosyntax, weil er syntaktische Einheiten auch unter morphologischem
Blickwinkel betrachtet.

Moskalskaja in ihrem Buch «Grammatik der deutschen Gegenwartssprache» führt folgende Definition des Gegenstandes der Morphologie an: «Gegenstand der
Morphologie ist das Wort mit allen seinen grammatischen Eigenschaften». In den Bereich der Morphologie rechnet sie deshalb:

die Lehre von den Wortarten, ihrer Gliederung und ihren grammatischen Eigenschaften;

die Paradigmatik der Wortarten (die Lehre vom Formensystem flektierender Wortarten);

die Lehre von den grammatischen Kategorien flektierender Wortarten.

In «Russkaja Grammatika» gibt es folgende Definition: «Morphologie ist jener Teil des grammatischen Baues der Sprache, der die grammatischen Wortklassen
(Redeteile) erfasst, die diesen Klassen angehörenden grammatischen (morphologischen) Kategorien und Wortformen». N.A.Slüssarewa meint, «Morphologie
existiert vor allem als Technik für die Syntax».

Morphologische Einheiten (abstrakte und konkrete): Morphem und Allomorph, Wort, Wortform, Form des Wortes.

Mit dem Ausdruck «Wort» wird gemeint:

Realisierungsform. In diesem Sinne «Wortform» ist eine konkrete Form, in der der Satz auftritt. Diese Form ist einem Lexem zugeordnet. Bei der Bildung der
Realisationsformen können zusätzliche Lexeme beteiligt sein.

Das Lexem, lexikalisches Wort. Das ist ein Wort als Einheit des Lexikons oder Wörterbuches, als Repräsentant aller Realisationsformen (Wortformen), in
denen er im Satz erscheinen kann.

Vokabel, semantisches Wort. D.h., Wort als kleinste, relativ selbstständige bedeutungstragende Einheit. Sie kann aus einem oder mehreren Lexemen bestehen.

Das Morph ist ein Minimalzeichen noch ohne Berücksichtigung seiner Zugehörigkeit zu einer Klasse (zu einem Morphem), die kleinste Ausdruck- und
Inhaltseinheit, in die sich Äußerungen zerlegen oder segmentieren lassen.

Das Morphem ist eine Klasse oder Menge von Morphen, die denselben wert bei identischer oder ähnlicher Ausdrucksseite haben.

Die Allomorphe sind Morphe, die demselben Morphem angehören, z.B. das MorphemArbeit hat nur ein phonisches Allomorph, dem ein grafisches Allomorph
entspricht ([arbaet] = Arbeit). Im Morphem Rad gibt es 4 verschiedene Allomorphe:

[ra:d] — in der grafischen Form des Rades;

[ra:t] – in der grafischen Form Rad;

[rE:d] – in der grafischen Form Räder;

[rЕ:t] – in der grafischen Form Rädchen.

Ihnen entsprechen nur 2 grafische Allomorphe:

Rad-;

Räd-.

Morpheme unterscheiden sich nach mehreren Gesichtspunkten in unterschiedliche Typen. Hinsichtlich ihrer Bildungsfunktion gibt es lexikalische und
grammatische Morpheme. Hinsichtlich ihres Vorkommens (auch Selbstständigkeit) gibt es freie und gebundene Morpheme.

Lexikalisches Morphem ist Morphem mit eigener lexikalischen Bedeutung (Sachbedeutung). Kombinationen von lexikalischen Morphemen ergeben neue Wörter oder
Wortstämme, vgl.:auf, Schreib-tisch). Grammatisches Morphem ist Morphem mit grammatischer oder struktureller Bedeutung. Kombinationen von lexikalischen mit
grammatischen Morphemen ergeben Wortformen (nicht neue Wörter!), vgl.: Büch-lein (Büch- ist lexikalisches Morphem, das Suffix -lein ist grammatisches
Morphem).

Freies Morphem ist Morphem, dessen Allomorphe allein für sich ohne direkte Bindung an ein anderes Morphem in einem Satz als Wort auftreten können.
Gebundenes Morphem ist Morphem, dessen Allomorphe in einem Satz nicht selbstständig als Wort auftreten können, sondern immer an ein anderes Morphem
gebunden sind, vgl.: Auf dem Schreibtisch liegt Büchlein (Das Morphem auf ist lexikalisch und frei, dem ist grammatisch und gebunden,Schreib- ist
lexikalisch und frei, -tisch ist lexikalisch und frei, lieg- ist lexikalisch und frei, -t ist grammatisch und gebunden, Büch- ist lexikalisch und frei,
-lein ist grammatisch und gebunden).

Diskontinuierliche Morpheme sind mehrere Morphe, welche nicht direkt aufeinander folgen, sondern die durch andere Elemente getrennt sind, ergeben das
Gesamtmorphem, vgl.: ge-lande-t, ge-koch-t (diskontinuierliche Morpheme sind ge- und -t).

Portmanteau-Allomorph ist nicht zerlegbarer Ausdruck, dem die Inhaltseiten mehrerer Morpheme zugeordnet zugeordnet sind. Zum Beispiel, in Formen im, am
sind die Präpositionen in, an mit der Partikelform dem verschmolzen. Formen des Verbs sein, bin, bist, sind lassen sich nicht wie die entsprechenden Formen
anderer Verben (sing-e, sing-st) in Stamm und Endung zerlegen, so dass bin, bist, sind als Ganze zu betrachten sind, in denen Stamm- und Endungsbedeutung
unsegmentierbar präsentiert wird.

Prinzipien der Klassifikation der Morpheme.

Nach dem funktionalen Prinzip unterscheidet man lexikalische, derivationelle (oder wortbildende) und grammatische (oder Flexions-) Morpheme.

lexikale Morpheme: BUCH-es, SING-en, GUT-er, DORT usw.;

Wortbildungsmorpheme: Lehr-LING, Fisch-ER, dort-IG, interess-IER-t, VOR-stellenusw.;

grammatische Morpheme: BUCH-es, interessier-T, laut-ER usw.

Nach dem strukturellen Prinzip unterscheidet man Wurzel- und affixale (präfixale und postfixale, flektivische) Morpheme.

(Basis-/Grund-) od. Wurzelmorpheme sind lexikalische Morpheme;

alle grammatischen und wortbildenden Morpheme, die sich an das Basismorphem anschließen, heißen AFFIXE. Diejenigen, die vor dem Basismorphem stehen, werden
PRÄFIXE genannt. Diejenigen, die auf das Basismorphem folgen, heißen POSTFIXE. Diese zerfallen ihrerseits in SUFFIXE (Lehr-ER, Löw-IN, Kind-ER, Klub-S) und
FLEXIONEN oder ENDUNGEN (arbeit-ET, gut-ER, Buch-ES).

Ein Präfix und ein Suffix, die zusammenwirkend in einem Wortbildungs- (BE-schön-IG-en, GE-läut-E) oder einem Formbildungsakt (GE-arbeit-ET, GE-komm-EN)
verwendet werden, werden KONFIXE genannt.

Eine sprachliche Einheit, die aus einem Wurzelmorphem und mindestens einem wortbildenden Morphem besteht heißt LEXIKALER STAMM (heutig, Bruderschaft). Eine
sprachliche Einheit, die aus einem Wurzelmorphem und mindestens einem formbildenden Morphem besteht, heißt GRAMMATISCHER STAMM (Kinder, Frauen). Der Stamm
ist eine abstrakte Einheit.

Die grammatischen Kategorien. Die Definition. Der Begriff des markierten und des unmarkierten Gegengliedes.

Die grammatischen (morphologischen) Kategorien sind die Gesamtheiten (Mengen) von Wortformen gleicher Art. Deshalb nennt man z.B. die Gesamtheit der
Kasusformen die Kategorie des Kasus und die Gesamtheit der Tempusformen die Kategorie des Tempus.

Von einer grammatischen (morphologischen) Kategorie kann nur dann gesprochen werden, wenn es mindestens zwei Wortformen gleicher Art gibt. Notwendig ist
dabei, dass sie sich in Bedeutung und (normalerweise) in Form unterscheiden. Z.B. die Kategorie des Numerus gründet sich auf die Gegenüberstellung der
Singularform und der Pluralform: Kind – Kinder, Tisch – Tische, Frau – Frauen. Das erste Glied jedes Paars heißt unmarkiert, weil es kein Formans besitzt.
Das andere Glied dagegen heißt markiert, weil es ein Formans aufweist, das den Plural anzeigt.

Bei der Bildung von grammatischen Kategorien wird von der lexikalen Bedeutung abgesehen. In diesem Sinne sind die grammatischen Kategorien von den
lexikalen Bedeutungen unabhängig.

Der Begriff des morphologischen Paradigmas. Das Paradigma als Existenzform einer grammatischen Kategorie. Das Verhältnis des Mikro- und Makroparadigmas.

Mit dem Begriff der grammatischen Kategorie ist der Begriff des Paradigmas aufs engste verbunden. Das Paradigma einer Kategorie ist die Gesamtheit der
durch sie erfassten Wortformen. Deshalb kann das morphologische Paradigma als Existenzform einer grammatischen Kategorie angesehen werden. Man nennt so ein
definiertes Paradigma auch Mikro- oder Kleinparadigma zum Unterschied von Makro- oder Großparadigma, das seinerseits die Gesamtheit der Mikroparadigmen
darstellt, die einer flektierenden Wortklasse zugewiesen werden. Zum Makroparadigma des Verbs zählt man die Mikroparadigmen der Person, des Numerus, des
Tempus, des Modus und des Genus.

Das Mikroparadigma eines Wortes verhält sich zum Makroparadigma seiner Wortart wie das Besondere zum Allgemeinen.

Lexikalische und grammatische Bedeutung

Lexikalische Bedeutung ist die Bezeichnung zwischen einer sprachlichen Einheit und dem durch sie Bezeichneten, das real oder nur gedacht sein kann.

Jede Wortform hat eine grammatische Bedeutung. Die grammatische Bedeutung hat ihren Träger, z.B. im Formativ Kinder ist Formans (Wortform) er der Träger
der grammatischen Bedeutung und bedeutet Plural. Im Formativ (er ist) kleiner (als) bedeutet Formans erKomparativ. Ein Formans kann zugleich Träger von
mehreren grammatischen Bedeutungen sein, z.B.: -ES drückt die Bedeutungen des Genitivs (Buches) und des Singulars (GEHST).

Der Begriff der Wortart bzw. der Wortklasse. Die Einteilung der deutschen Wortarten.

Der Zweck der Gliederung des Wortbestandes in grammatische Wortklassen.

Der Wortschatz bzw. der Wortbestand jeder Sprache kann als ein System angesehen werden. Dieses System besteht aus vielen unterschiedlich gearteter
Elemente, die untereinander durch mannigfaltige Beziehungen verbunden sind. Das ist ein offenes System, d.h. es wird stets durch neue Elemente bereichert.
Es entsteht die Bedürfnis, die Aufgabe und Formbesonderheiten dieser neuen Elemente zu beschreiben. Um dies Prozess zu erleichtern, lassen sich alle Wörter
in einzelne Gruppen gliedern, die wir Wortarten (Wortklassen/Redeteile) nennen.

Der Begriff der grammatischen Wortklasse (der Wortart, des Redeteils).

Das Wesen der Wortarten wird von den Linguisten unterschiedlich beurteilt. Häufig werden sie als lexikalisch-semantisch charakterisiert. Manchmal nennt man
sie grammatisch-semantisch. Einige Linguisten betrachten sie als grammatische Klassen (W.G. Admoni, O.I. Moskalskaja). Moskalskaja meint: „Wortarten sind
Wortklassen, worin die Grammatik den Wortschatz einer Sprache gliedert.“ Im „Linguistischen Wörterbuch“ versteht man darunter Klassen der Wörter mit
gleicher syntaktischen, morphologischen und semantischen Eigenschaften. H.Bussmann fasst Wortarten als „Ergebnis der Klassifizierung der Wörter einer
Sprache nach Form- und Bedeutungsmerkmalen auf“.

Das Problem der Gliederung des Wortbestandes in grammatische Wortklassen.

Man muss berücksichtigen, dass sich der Wortschatz nicht nach irgendeinem streng logischen Prinzip herausgebildet hat, denn:

der Wortschatz enthält Elemente mit den unterschiedlich ausgeprägten Eigenschaften, weshalb die Zugehörigkeit manches Elements zu einer bestimmten
Wortklasse nicht ohne weiteres werden kann;

zwischen den Elementen des Wortschatzes bestehen mannigfaltige Beziehungen, die über die Grenzen einer Wortklasse hinausgehen können.

die Anwendung entweder des semantischen oder des syntaktischen oder des morphologischen Prinzips führt zur Ermittlung der Klassen der im Grunde genommen
verschiedenen Einheiten.

Die Prinzipien der traditionellen Einteilung der Wortarten in der älteren deutschen Grammatik.

Im wissenschaftlichen Schrifttum gibt es zwei Tendenzen in der Einteilung der Wörter in Wortarten (Redeteile, Wortklassen):

(die traditionelle Einteilung) zu präzisieren (d.h. klarer, genauer zu machen);

Eine neue Gliederung vorzulegen.

Die Präzisierung beruht auf Versuchen, die Ausgliederungskriterien der Wortarten, die grammatische Semantik, die morphologische Form und die syntaktische
Funktion tiefer und allseitiger zu begründen, unterschiedliche Schichten einer Wortart aufzudecken und die Wechselbeziehungen zwischen den Wortarten und
den Redeeinheiten zu erforschen.

Die Grammatiker, die gegen die traditionelle Einteilung auftreten, wenden sich gegen das semantische Merkmal als „nicht grammatisches“
Ausgliederungskriterium und gegen die Einteilung aufgrund von drei Kriterien, weil jede wissenschaftliche Klassifizierung nur nach einem Grundsatz
vollzogen werden dürfe.

Für die zweite Tendenz (neue Einteilungen) werden „rein grammatische“ oder der Struktur der Sprache angemessene Prinzipien, morphologische oder
syntaktische Merkmale gewählt.

Das Vorhandensein der gewissen Wortarten wird von den Linguisten nicht bestritten. In den Streitfragen geht es nur um die Gruppierung der betreffenden
Wortarten, um ihre Hierarchie und um ihre Benennung.

Die Zahl der Wortarten schwankt in der Geschichte der Grammatik zwischen 2 und 15. Diese unterschiedlich hohen Zahlenangaben werden nicht jeweils nur
bestimmten Epochen der Sprachwissenschaft zugeordnet. Die Geschichte der Wortartenfrage zeigt, dass sehr unterschiedliche Einteilungsgesichtspunkte zu
allen Zeiten möglich und auch angewandt worden sind. Platon und Aristoteles unterschieden zwei Wortarten: Onoma (Substantiv, Adjektiv + Subjekt) und Rhema
(Verb + Prädikat).

Die Stoiker haben gegenüber Platon und Aristoteles schon eine differenzierte Einteilung der Wortarten entwickelt. Sie unterschieden 5 Redeteile: Nomen,
Appellativum, Verbum, Konjunktion, Artikel. Bei ihnen findet man bereits die Unterscheidung von deklinablen und undeklinablen Redeteilen.

Im Altertum, welches bereits echte philologische Arbeit kannte, entstand die Lehre von 8 Wortarten. Diese Lehre war durch Jahrhunderte in Europa
vorherrschend gewesen. Laut dieser Lehre unterschied man: Nomen, Verb, Partizip, Artikel, Pronomen, Präposition, Adverb, Konjunktion.

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das Appellativum (имя нарицательное) ist im Gegensatz zum Eigennamen, der bestimmte Individuen (Personen, Länder, Gebäude usw.) benennt, bezieht sich das
Appellativum auf eine gesamte Gattung: Mann, Frau, Tier, Pflanze, Buch, Stein, Haus usw.

das Nomen (die Nomina): 1. Substantiv. 2. Begriff für deklinierbares Wort, besonders für Substantiv und Adjektiv; im weiteren Sinn werden ihm auch die
deklinierbaren Numeralia und die Pronomina sowie der Artikel untergeordnet.

Die aktuellen Prinzipien der Ausgliederung der Wortklassen.

Die aktuellen Prinzipien der Ausgliederung der Wortklassen:

das morphologische Prinzip;

das semantische Prinzip;

das syntaktische Prinzip;

das komplexe Prinzip

Vor mehr als 2000 Jahren sind mehrere Gesichtspunkte bei der Gruppierung der Wortarten beachtet worden, z.B. die Sachbedeutung, die morphologische
Struktur, die syntaktische Verwendung.

Das komplexe Prinzip (4) gestattet, semantische, morphologische und syntaktische Eigenschaften der Wörter als Kriterien zur Gewinnung von Wortklassen
heranzuziehen. Auf diesem Prinzip basiert die in der deutschen Grammatik herkömmliche Unterscheidung von 10 oder 9 Wortarten (je nachdem, ob man den
Artikel als eigene Wortklasse oder zum Pronomen zählt). (1) Von der Form oder der morphologischen Struktur des Wortes geht man aus, wenn man zunächst in
flektierbare und nicht flektierbare Wortarten teilt und unter den flektierbaren als konjugierbaren (die Verben) den anderen als deklinierbaren (Substantiv,
Adjektiv, Pronomen) gegenüberstellt. Bei den Pronomen und Numeralien ist dieses Einteilungsprinzip aber offensichtlich nicht angewandt, denn es gibt sowohl
flektierbare als auch nicht flektierbare Pronomen und Zahlwörter. In solchen Fällen fungiert als Einteilungsprinzip die Sachbedeutung (2), der semantische
Gehalt. Und der Einteilung in die Wortarten – Adjektiv, Präposition, Konjunktion und Artikel – liegt die syntaktische Verwendung (3) der Wörter zugrunde.
Hier wird mit den so genannten „diagnostischen Rahmen“ gearbeitet. Angenommen wird, dass es für Wörter jeder Wortklasse einen typischen syntaktischen
Rahmen gibt:

für das Substantiv: Der … arbeitet fleißig.

für das Verb: Der Student … fleißig.

für das Adjektiv: Der … Student arbeitet.

für das Adverb Der Student arbeitet …

Einige Beispiele der Einteilung der Wortarten:

Hans Glinz unterschied zuerst 3 „große Wortartkomplexe“: Vorgangswörter, Größenwörter und Angabewörter. Später werden sie aber in mehrere Unterarten
eingeteilt, so dass letztendlich alle bekannten Wortgattungen erscheinen, nur anders genannt und kombiniert. Man hat: Vorgangswörter (Verben), Größennamen
(Substantiv), Artwörter in Begleitform (Adjektiv), Artwörter in Angabeform (die von Adjektivstamm gebildeten Adverbien und Adjektive in Kurzform),
Stellwörter (Adverbien, die nicht vom Adjektivstamm gebildet sind und Präpositionen, die adverbiale Homonyme haben), Zahlwörter (aber Ordnungszahlwörter
werden als Begleitartwörter – Adjektive und die Formen I, II, III u.s.w. – als Stellwörteradverbien angesehen), Größenhinweisen, Größenumrisse,
Größenzeichen, Mengewörter (Artikel und Pronomina in kleinere Gruppen eingeteilt), Flugwörter (Präpositionen, die nicht zu Stellwörter gehören und
Konjunktionen).

Aus diesem System folgt, dass die Hauptredeteile, die die Grundlage des traditionellen Systems bilden, bei Glinz unangetastet bleiben. Einige andere, die
zu den wichtigsten gehören, nur zum Teil umgebaut werden (Adjektive und Adverbien). Das Neu, was Glinz in die Theorie bringt, bezieht sich hauptsächlich
auf die Wortarten, die von den Sprachforschern in der traditionellen Grammatik auch ungebeugte Teile verschiedenartig behandelt werden. Es ist wichtig zu
betonen, dass einzelne Abänderungen im System der traditionellen Morphologie keinen Umbau des ganzen Systems erfordern.

Hans Brinkmann betrachtet das System der Wortarten vom Inhalt, vom Formenkreis und der syntaktischer Leistung aus. Er unterscheidet 6 Wortarten: 4
Wortarten mit eigener Geltung (Substantiv, Adjektiv, Beziehungswort, Verb) und 2 für die Rede angelegte Wortarten (Pronomen/Umrissenwörter, Konjunktion).
Das Numerale stellt er als eine besondere Schicht des Adjektivs dar und bezeichnet es als Mengewort. Den Artikel hält er zur Ausstattung der Wortart
Substantiv. Adjektivadverbien als Adjektiv und die übrigen Adverbien als Konjunktionen zusammen mit Interjektion.

Die moderne allgemeine Übersicht der Redeteile im Deutschen.

Substantiv (Hauptwort)

Adjektiv (Eigenschaftswort)

Numerale (Zahlwort)

Pronomen (Fürwort)

Negation (Verneinung)

Verb (Tätigkeitswort, Zeitwort)

Adverb (Umstandswort)

Modalwort

Artikel (Geschlechtswort)

Konjunktion (Bindewort)

Partikel (Füllwort)

Interjektion (Empfindungswort)

4 von 13 Wortklassen (Artikel, Präposition, Konjunktion, Partikel) umfassen die Hilfswörter oder Formwörter, d.h. solche Wörter, die ausschließlich zur
morphologischen und syntaktischen Bestimmung und Organisierung anderer Wörter, Wortgruppen und Sätze dienen. Zu den Hilfswörtern gehören auch einige Arten
der Verben (Hilfsverbe, Kopula), Pronomina (reflexive, unpersönliches „es“, Personalpronomina, Negationen).

Manche Wortarten werden als Übergangserscheinungen qualifiziert und zur gleichen Zeit an verschiedene Redeteile angeschlossen: z.B. die Wörter „manche,
eigene“ neigen zugleich zu Adjektiven, Numeralien und Pronomina. Die Kreuzung mit anderen Redeteilen und Grenzfälle sind eine Folge des Aspektreichtums der
sprachlichen Erscheinungen und speziell der Feldstruktur der Redeteile.

Eine ganz eigenartige Stellung nehmen unter den Wortarten die Interjektionen ein, weil sie eine ganz eigenartige Bedeutung besitzen (Ausdruck Gemüts- und
Willensregung), die Rolle eines Satzgliedes nicht spielen können und eine vollständige und selbstständige Äußerung bilden.

Die Beurteilung der traditionellen Einteilung von S.Kaznelson.

„Die traditionelle Grammatik ging immer intuitiv davon aus, dass zwischen Grammatik und Wortschatz kein absoluter Gegensatz besteht und die grammatischen
Unterschiede den ganzen Wortschatz durchziehen und ihn von innen her organisieren. Die grammatische Klassifizierung der Wörter, ihre Einteilung in die
„Redeteile“, gehört seit jeher zur grammatischen Beschreibung der Einzelsprachen als deren unabdingbare Schlüsselkomponente. Die Berechtigung der
traditionellen Klassifizierung und die Zweckmäßigkeit ihrer Anwendung in der deskriptiven Grammatik unterliegen keinem Zweifel. Mit Hilfe der
Klassifikationsmerkmale bestimmt man leicht die Zugehörigkeit eines Wortes zu einer bestimmten Wortart und präzisiert man im Rahmen dieser Wortart die
Regeln seines Verhaltens in der Rede. Die offensichtlichen Mängel dieser Klassifikation fallen nicht besonders ins Gewicht, solange wir es mit einer
empirischen Beschreibung der Struktur einer Einzelsprache zu tun haben. Ganz anders verhält es sich jedoch, sobald wir breit angelegte typologische
Vergleiche vornehmen und verallgemeinernd die Strukturen mehrerer Sprachen betrachten. Dann behindern die logische Inkonsequenz und die Verworrenheit der
traditionellen Lehre, ihr „vager und steriler Empirismus“ …, eine theoretische Deutung der Fakten ernstlich. Wie schon Hermann Paul und Fortunatow
schrieben, ermangelt das alte Klassifikationsschema eines einheitlichen Einteilungsprinzips… Die Wortarten werden darin nach gemischten, morphologischen,
syntaktischen und logisch-semantischen Kriterien bestimmt, die sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen, weil Form und Inhalt sowie Syntax
und grammatische Semantik asymmetrisch sind. In dem Bemühen Unvereinbares zu vereinbaren, geht die traditionelle Grammatik in ihren Wortartdefinitionen mal
von der Morphologie, mal von der Syntax und mal vom kategorialen Inhalt aus. So wird kein einziges Prinzip konsequent eingehalten.“

Feldstruktur der Wortarten und der Austausch zwischen den Wortarten.

Feldstruktur der grammatischen Einheiten (unter ihnen auch die Feldstruktur der Wortart)

Die Struktur der grammatischen Erscheinungen und Einheiten ist keine abgeschlossene und scharf umrissene Struktur. Die grammatischen Einheiten sind
miteinander durch verschiedene Übergangserscheinungen verbunden. Die Wörter und Wortformen sind gleichzeitig auf verschiedene Wortarten ausgerichtet. Im
Sprachgebrauch verschieben sich die Schranken zwischen den Wortarten und zwischen den einzelnen grammatischen Erscheinungen. Jede Feldstruktur hat die
Kerne (Zentren) und die Peripherien, die sich um diese Kerne lagern. Sie berühren sich und kreuzen sich mit Nachbarnfeldstrukturen.

Nur die offene Grammatiktheorie berücksichtigt das Fließende in der Grammatik, verfügt über reichhaltigen Stoff, in dem sie alle grammatisch relevanten
Erscheinungen notiert; sie ermittelt die Perspektiven, die von den festen Ansatzpunkten in die Übergangsbereiche und zu den Einzelerscheinungen der Sprache
führen. Dadurch ermöglicht die offene Grammatik die Erfassung des immer neu hinzukommenden Materials. Die offene Grammatiktheorie lässt die Hierarchie der
grammatischen Strukturen bestimmen, die dominierenden Typen der grammatischen Erscheinungen aufstellen. Sie ist eben darauf gedacht, die Kerne der
Feldstrukturen zu bestimmen und auf diese Weise die „reinen“ grammatischen Typen zu systematisieren.

Struktur einer Wortart nach H.Brinkmann. Was kennzeichnet den Grundbestand der Wortart? Wie entstehen die übrigen Schichten der Wortart? Der Unterschied
der Schichten vom Grundbestand. Was versteht H.Brinkmann unter dem ‘Austausch der Wortarten’.

In seiner Theorie behauptet H.Brinkmann: strukturell weisen die „höheren Wortarten“ verschiedene Schichten auf, die sich in verschiedenem Anteil an
Formenkreis der Wortteile zeigen. Die Formen der Wortarten sind ihrerseits mit verschiedenen Leistungen im Satz verbunden. Jede Wortart enthält eine
Grundschicht, welche alle Formen komplett besitzt und dementsprechend zu allen Leistungen dieser Wortart fähig sind. Die übrigen Schichten enthalten
Wörter, die nicht alle Formen der Grundschicht besitzen. Diese entstehen dadurch, dass ein Übertritt aus einer Wortart in die andere erfolgen kann. Dabei
ist ein Überwechseln oft mit einer Veränderung der Lautgestalt des Wortes (Präfigierung, Suffigierung, Ablaut u.ä.) und der Leistungen oder Funktionen
verbunden. Unter „syntaktischer Funktion“ versteht man die aktive Rolle des betreffenden Redeteils, die Aufgabe, die der Redeteil im Satz erfüllt.

Die Transposition unter den Wortarten (Die grammatische Umsetzung in eine andere Wortart: Konversion).

Der Übertritt der Elemente oder der Wörter aus einer Wortart in die andere ohne jegliche Wortbildungsmittel heißt Transposition (Wortartwechsel,
Konversion, implizierte Ableitung). Die Transposition ist ein Mittel der Bereicherung der Sprache.

Der Übertritt geschieht unter den Autosemantikern (Vollwörtern oder selbstständige Wortarten), unter den Synsemantikern (unselbstständige Wortarten) wie
auch zwischen den beiden Klassen.

Am leichtesten erfolgt die Substantivierung. In diesem Fall bekommt das Wort einen Artikel, ein Zeichen des neuen Ranges. Substantivierte Adjektive und
Partizipien können alle 3 Geschlechter haben. Der Infinitiv und alle unflektierten Arten außer den Kardinalzahlwörtern erhalten das sächliche Geschlecht
(z.B. das Gehen, das Heute, das Ach). Nur die Zahlwörter sind weiblichen Geschlechts.

Die weitere Möglichkeit der Transposition ist Verbalisierung, wenn sich eine Wortart (meist ein Substantiv oder ein Adjektiv) in ein Verb verwandelt. In
solchen Fällen bekommen die Wörter alle Verbalformen, vor allem das Infinitiv-Suffix (rein -> reinen, Mond -> monden). Die dritte Art ist die
Adverbialisierung (Adjektivisierung), wenn Substantiv mit oder ohne Präposition in ein Adverb verwandelt wird. Seine lexikalische Bedeutung ändert sich
dementsprechend (z.B. zuhause, zuzeiten).

Manche Synsemantiker treten in zwei Funktionen auf:

bald als Präposition, bald als Partikel (z.B. er kommt zu mir und beginnt über seine Arbeit zu erzählen)

bald als Konjunktion, bald als Präposition (z.B. während er sprach, beobachtete ich sein Gesicht; während seiner Erzählung…)

Ein Wort aus der autosemantischen Klasse kann zu einem synsemantischen Wort herabsenken (z.B. Zweck – zwecks +G). In allen Fällen entstehen homonymische
Reihen.

Zu den Mitteln der Transposition gehören: der Artikel (bei Substantivierung), das Infinitiv (bei Verbalisierung), Präfigierung und Suffigierung (bei
Adverbialisierung/Adjektivisierung). Man unterscheidet auch die „reine“ Transposition, d.h. das Wort übergeht in eine andere Klasse ohne Veränderungen.

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Autosemantikum ist das Wort, das im Gegensatz zum Synsemantikum über eine eigenständige Bedeutung verfügt. Autosemantika werden vorwiegend durch die
Wortarten Substantiv, Adjektiv und Verb vertreten (z.B. Stuhl, weich, laufen).

Synsemantikum ist das Wort, das für sich genommen über keine eigene Bedeutung verfügt. Synsemantika können im Gegensatz zu den Autosemantika nicht alleine
vorkommen, da sich ihre Bedeutung aus ihrer Verbindung mit einem Bezugselement ergibt. Zu den Synsemantika zählen Wortarten wie die Artikel, Pronomen,
Präpositionen und Konjunktionen.

Homonyme sind gleichlautende Wörter, die verschiedenen Wortarten angehören.

Der Valenzbegriff in der Linguistik.

Der Begriff der Valenz bedarf zuerst eines Überblicks über die verschiedenen Fassungen des Valenz Begriffs in der Linguistik. Dem Sinne nach erscheint der
Valenzbegriff in der Unterscheidung der älteren Grammatik in absolute bzw. subjektive (d.h. keine Ergänzung fordernde) und relative bzw. objektive (d.h.
eine Ergänzung fordernde) Verben. Zu den absoluten (subjektiven) Verben gehören solche, die außer dem Subjekt keine weiteren Angaben brauchen, damit ein
grammatisch korrekter Satz entsteht. Zu den relativen (objektiven) Verben gehören solche, die außer dem Subjekt noch mindestens eine weitere Ergänzung
brauchen, damit ein grammatisch korrekter Satz entsteht.

Später erkannte Bühler, dass „die Wörter einer bestimmten Wortklasse eine oder mehrere Leerstellen um sich eröffnen, die durch Wörter bestimmter anderer
Wortklasse ausgefüllt werden müssen“. Diese Bemerkungen sind Vorläufer für den Valenzbegriff in der Linguistik.

Die Konzeptionen des Begriffs der Valenz.

Tesniere geht im Rahmen seiner Abhängigkeitsgrammatik bei seiner strukturellen Satzanalyse vom Verb aus und sieht als dessen „subordines immediats“ die
„actants“ und die „circonstans“ (d.h. die „Handelnden“ und die „Umstände“) an. Die „actants“ sind im Satz zahlenmäßig durch das Verb begrenzt. Die
Fähigkeit der Verben eine bestimmte Anzahl von Aktanten zu sich zu nehmen, vergleicht Tesniere mit der Wertigkeit eines Atoms und nennt sie Valenz. Er
nimmt 3 Arten von Aktanten an, die in gleicher Weise direkt vom Verb abhängig sind und auf der gleichen Ebene stehen. Das sind Subjekt, Akkusativ- und
Dativobjekte. Ausgeschlossen aus den Valenzbeziehungen sind bei Tesniere die Adverbialbestimmungen und die Prädikative. Das Subjekt bei Tesniere nur ein
semantischer Name für den ersten Aktanten. Aus der traditionellen semantischen Opposition zwischen Subjekt und Objekt macht er die strukturelle Differenz
zwischen den ersten und zweiten Aktanten. Nach der Zahl der „actants“ unterscheidet Tesniere avalente Verben (ohne Aktanten), monovalente Verben (mit einem
Aktanten), divalente Verben (mit 2 Aktanten), trivalente Verben (mit 3 Aktanten).

Für die deutsche Grammatik ist der Valenzbegriff zuerst von H.Brinkmann und John Erben gebraucht worden. Brinkmann definiert Valenz als „die Fähigkeit des
Verbums weitere Stelle im Satz zu fordern“ und Mitspieler als „die Stellen selbst, die für weitere Beziehungen offen sind“. Das Verb bestimmt darüber, wie
viele Stellen im Satz besetzt werden müssen/können, und stiftet somit im Satz eine Hierarchie.

Bei Erben taucht der Valenz-Begriff unter dem Terminus „Wertigkeit“ auf. Für ihn bildet das Verb im deutschen Satz den charakteristischen „Aussagekern“.
„Von seiner Art und Wertigkeit – man kann sie geradezu mit der Valenz des Atoms vergleichen – hängt es wesentlich ab, welche und wie viele
Ergänzungsbestimmungen im Vor- und Nachfeld des Verbs auftreten und das Satzschema gestalten“. Von der Wertigkeit der Verben her, welche an der Zahl von
Ergänzungsbestimmungen gemessen wird, entwickelt Erben seine Grundmodelle des deutschen Satzes.

Angesichts der Vielfalt der Konzeptionen des Valenzbegriffs und der Erweiterung des Begriffs „Fügungspotenz“ kann man 3 Gruppen von den Linguisten
unterscheiden:

einige, vor allem einheimische (sowjetische), Linguisten betrachten den Begriff der „Valenz“ bzw. „Fügungspotenz“ als eine Eigenschaft, die allen Wortarten
zukommt. Diese Konzeption wurde vorbereitet von Bühler, vertreten von Admoni, angenommen von Brinkmann, Kaznelson, Lomtew und Meltschuk. Schattierungen
gibt es in Einzelheiten. Z.B. bezeichnet Lejkina die vom übergeordneten Glied ausgehende — im Sinne Admoni’s fakultative — Fügungspotenz als aktive Valenz;
die vom untergeordneten Glied ausgehende — im Sinne Admoni’s obligatorische — Fügungspotenz als passive Valenz. Abramow versteht im ähnlichen Sinne die von
dem Verb als strukturellem Zentrum ausgehende Potenz als zentrifugal, die zu dem Verb hinführende Potenz als zentripetal.

Die zweite Gruppe von Linguisten besteht, dass die Valenz als eine Eigenschaft nur und ausschließlich dem Verb zukommt.

Die dritte Gruppe vertritt die Meinung, dass der Begriff der Valenz nicht nur aufs Verb oder Wortarten, sondern sogar auf alle sprachlichen Elemente
anwendbar ist und sie definiert die Valenz als potenzielle Verknüpfbarkeit von gleichartigen Sprachelementen. Deshalb spricht man in der Linguistik nicht
nur von syntaktischen und semantischen Valenzarten, sondern auch von morphologischer und phonologischer Valenz. Es wird neben der äußeren Valenz zwischen
Wörtern eine innere Valenz zwischen Konstituenten eines Wortes angenommen.

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Cirkonstant (freie Angabe) ist im Gegensatz zu den vom Verb abhängigen obligatorischen und fakultativen Aktanten ein für die Satzstruktur nicht
konstitutives Element. So z.B. können etwa dem grammatisch vollständigen Satz „Ich gehe ins Kino“ folgende weglassbare Angaben hinzugefügt werden: „heute
abends“, „mit meiner Freundin“.

Die Arten der Fügungspotenzen der Redeteile nach W.Admoni. Die Bezeichnung zwischen Fügungspotenzenarten und den „dominierenden“ bzw. „abhängigen“
syntaktischen Beziehungen.

Die syntaktischen Beziehungen jedes Redeteils zerfallen in 2 Gruppen: nach dem Grad ihrer Notwendigkeit für das Auftreten des Redeteils im Satz.

obligatorische Beziehungen (ohne an ihnen teilzunehmen kann der Redeteil überhaupt im Satz nicht erscheinen)

fakultative Beziehungen (der Redeteil kann solche Beziehungen auch entbehren; z.B. ist für das Adjektiv eine Beziehung zum Substantiv obligatorisch.
Dagegen ist die Beziehung des Substantivs mit dem attributiven Adjektiv nur fakultativ).

Der betreffende Redeteil kann in einer Fügung als grammatisch vorherrschen, dominierend, regierend oder umgekehrt als grammatisch abhängig regiert
auftreten. Die regierende oder dominierende Beziehung fällt oft mit den fakultativen zusammen. So dominiert das Verb über das Adverb oder präpositionale
Gruppen mit adverbialer Bedeutung und kann zugleich syntaktisch ohne sie bestehen. Die regierte oder abhängige Beziehung ist in der Regel mit den
obligatorischen verbunden. Das Adverb hängt vom Verb an und kann im Satz ohne Verb nicht erscheinen.

Diese Arten der Beziehungen sind nicht identisch. Die Beziehungen des abhängigen Redeteils zum dominierenden Redeteil sind immer obligatorisch. Aber die
Beziehung des dominierenden zum abhängigen kann sowohl fakultativ, als auch obligatorisch sein. Das hängt gewöhnlich nur von semantischen Gründen ab. Z.B.
regieren solche syntaktisch relative Adjektive wie „ähnlich, gleich“ Bestimmungen im Dativ, die aber für diese Adjektive unentbehrlich sind. Es gibt auch
solche Formen, die syntaktisch immer abhängig und regiert sind, aber von verschiedenen regierenden Redeteilen abhängen können. Z.B. gehört der Genitiv
immer als abhängige Form bald zu einem Substantiv, bald zu einem Adjektiv, bald zu einem Verb. In jedem Fall ist die syntaktische Beziehung für den Genitiv
obligatorisch. Jeder Redeteil enthält in sich eine Reihe von Fügungspotenzen. Sie werden aktualisiert bei der Einschaltung in den Satz. Diese Potenzen
schlummern im Redeteil und werden erst durch die Berührung mit dem konkreten Redeprozess zum Leben erweckt. Diese Potenzen bestimmen das ganze Wesen vom
Redeteil. Sie sind in ihm als Projektionen vorhanden, die außerhalb des entsprechenden Wortes führen. Diese Potenzen bezeichnet man auch wie Lehrstellen,
Ergänzungsbestimmungen oder Aktanten. Die Lehrstellen teilt man in Lehrstellen der obligatorischen und fakultativen Fügungspotenzen ein.

Eine obligatorische Fügungspotenz wird von der entsprechenden Wortform besonders aktiv ausgestrahlt. Die syntaktische Komponente, die als zweites Glied der
Fügung erscheint, wird von der betreffenden Form projiziert, d.h. sie wird auf irgendeine Weise in ihrem allgemeinen grammatischen Bedeutungsgehalt
mitgedacht, wenn man sich die Ausgangsform situationsfern und kontextfrei vorstellt. Je mehr eine Wortform isoliert steht, desto klarer gibt sich die von
ihr ausgehende Projektion kund. Die grammatischen Fügungspotenzen berühren sich mit den lexikalen, d.h. mit solchen Fügungspotenzen, die den Wörtern
aufgrund ihrer lexikalen Semantik und des Gebrauchs eigen sind.

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Die Distribution a) Verteilung von Sprachelementen (z.B. Phoneme oder Morpheme) innerhalb größerer sprachlicher Einheiten; b) Gesamtheit aller Umgebungen,
in denen ein sprachliches Element vorkommt, im Gegensatz zu jenen, in denen es nicht erscheinen kann.

Nominalisierung ist die Ableitung eines Substantivs („Nomen“ im engeren Sinne) aus einer anderen Wortart (z.B. Adjektiv: reif – die Reifung; Verb: laufen –
der Läufer).

Polyvalenz nach J.Erben.

Unter Polyvalenz versteht J.Erben „das Auftreten vieler Verben mit verschiedener Wertigkeit und wechselnden „Mitspielern“. Er unterscheidet drei Arten der
Polyvalenz:

scheinbare Polyvalenz, d.h. die Möglichkeit, die Stellen der fakultativen Aktanten zu besetzen oder nicht zu besetzen;

Polyvalenz als „fakultative Formvarianz“, d.h. die Möglichkeit, die Form des Aktanten zu variieren (z.B. mich/mir graut);

Polyvalenz als Ausdruck einer Polysemie.

Allgemeine Charakteristik des deutschen Verbs.

Der verallgemeinerte grammatische Bedeutungsgehalt des Verbs ist der Gehalt der Tätigkeit oder des Tätigkeitsverlaufs. Das Verb verfügt über folgende
Formen: die konjugierbaren und nicht konjugierbaren. Diese Formen sind die wichtigsten im verbalen Paradigma. Zu den konjugierbaren Formen gehören: 3
Personalformen im Singular und Plural, 6 Zeitformen, 3 Genera (Aktiv, Passiv, Stativ), 3 Modi (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ). Zu den Nominalformen
gehören 4 Infinitivgruppen (Infinitiv I, Infinitiv II, Aktiv und Passiv) (in einigen Grammatikbücher sind es 6 (+Stativ), 2 Partizipien.

Semantische Einteilung des Verbs.

Die semantische Einteilung zeigt eine semantische Ungleichwertigkeit der Verben. Diese semantische Ungleichwertigkeit bedingt den Gebrauch der Verben. Die
Verben, die Prozesse, Handlungen, Zustände bezeichnen und im Satz als vollwertige Prädikate auftreten, heißen Vollverben. Die anderen, die im Satz entweder
als Kopula oder als Teile des Prädikats auftreten, fasst man unter dem Namen Hilfsverben oder Funktionsverben zusammen. Dazu gehören Modalverben, „haben,
sein, werden, beginnen, anfangen, pflegen, aufhören“ u.ä., „bringen, kommen und gehen“ als Bestandteile der so genannten „Streckformen“. Die
Unvollwertigkeit der Modal- und anderen Verben zeigt man durch die Abstreichmethode. Die Verben „haben, sein, werden“ können auch als Vollwerben auftreten,
aber sie verlieren vollständig ihre Semantik, falls sie analytische Form bilden helfen. Die so genannten „Streckformen“ bestehen aus einem Funktionsverb
und einem Substantiv mit oder ohne Präposition. Diese Formen konkurrieren mit einem Vollverb (z.B. Rache nehmen an+D = sich an+D rächen). Die Streckformen
tragen mehr Information als die Vollverben allein (z.B. bewegen = in Bewegung setzen, kommen).

Die Vollverben sind mehrfach geschichtet. Hans Brinkmann unterscheidet unter den Vollverben:

Tätigkeits- oder Handlungserben, die eine aktive Handlung bezeichnen, welche nach außen gerichtet ist (z.B. arbeiten, wandern, tanzen usw.);

Vorgangsverben, die eine Veränderung in der Verfassung (состояние, настроение, расположение духа) von Menschen und Dingen ausdrücken (z.B. altern, hungern,
sterben usw.);

Zustandsverben, die eine bleibende Lage von Menschen und Dingen bezeichnen (z.B. sitzen, liegen usw.);

Geschehensverben (Unpersönliche Verben, darunter auch Witterungsverben: z.B. es regnet, es donnert usw.).

Jede dieser Untergruppen lässt sich weiter einteilen. Es werden thematische Gruppenausgesondert wie die Verben der Bewegung, der Mitteilung, der Gefühlte,
der Einschätzung, der Sinneswahrnehmung u.a.

Die Funktionsverben lassen sich in folgende Untergruppen einteilen:

Modalverben (wollen, sollen, dürfen, mögen, müssen, können, lassen);

Kopula;

Hilfsverben der analytischen Formen;

Angaben der Aktion und des Genus;

Streckformen.

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Vollverb ist eine Subklasse des Verbs, bei der im Gegensatz zum Hilfsverb oder Modalverb die finite Verbform die Fähigkeit besitzt, selbständig Handlungen,
Zustände, Ereignisse usw. auszudrücken. Die Vollverben bilden somit das Zentrum der Wortart Verb; sie verfügen über Valenz. In Verbindung mit Hilfs- oder
Modalverben trägt das im Infinitiv stehende Vollverb die eigentliche Aussage.

Kopula ist ein Bindeglied zwischen dem logischen Subjekt und Prädikat einer Aussage, das im Deutschen sprachlich realisiert wird durch die finiten
Verbformen von „sein, werden, heißen, bleiben, scheinen“, die die Verbindung von Subjekt und Prädikatsnomen herstellen (z.B. Anne ist Studentin; Hans wird
Elektriker).

analytisch heißt in Einzelteile zerlegend.

Syntaktische Einteilung der Verben.

Die syntaktische Klassifikation der Verben stützt sich auf den Begriff der Valenz. Unter der Valenz des Verbs versteht man die Fähigkeit, um sich die
Lehrstellen zu eröffnen, d.h. Satzglieder an sich heranzuziehen, die durch „Mitspieler“ des Verbs ausgefüllt werden können, zwar einerseits das Subjekt,
andererseits das Objekt, Adverbialbestimmungen und Prädikative. Das Subjekt ist keine bloße Ergänzung des Verbs, sondern ein ganz besonderer Mitspieler mit
einer selbstständigen vom Verb unabhängigen Rolle. Im Satz ist es obligatorisch (es fehlt nur in den Ausnahmen). Die anderen Mitspieler sind dagegen
verbale Ergänzungen. Das Verb braucht sie, um sinnvoll zu werden. Objekte und Adverbialen können obligatorisch oder fakultativ sein. Die Prädikative sind
immer obligatorisch. Die zweiseitigen Valenzen des Verbs sind nicht gleichwertig.

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Prädikativ ist ein nominaler Satzteil, der zusammen mit einem Kopulaverb (Kopula) das Prädikat bildet (z.B. Prädikatspronomen: er bleibt Präsident).

Die morphologische Klassifikation der Verben. Persönliche und unpersönliche, objektive und subjektive, transitive und intransitive Verben.

Das Subjekt kann persönlich oder unpersönlich sein, dementsprechend unterscheidet man:

Persönliche Verben. Sie können sich mit dem Subjekt in allen 3 Formen verbinden.

Begrenzt persönliche Verben. Die Verben sind nur auf die 3. Person beschränkt (Naturerscheinungen, Tier- und Pflanzenwelt: fließen, (sich) bewölken,
grasen). Nur in übertragener Bedeutung können solche Verben in der 1. und 2. Person (ich belle = ich huste). Zu dieser Gruppe gehören auch
Geschehensverben, die mit einer kleinen Anzahl von Subjekten verbunden werden (gelingen, passieren usw.).

Unpersönliche Verben, deren Fügungspotenz noch geringer ist. Sie lassen nur das Subjekt in der Form des unpersönlichen Pronomens zu. Dazu gehören
Witterungsverben (echte unpersönliche Verben oder echte Impersonalia). Nur metaphorisch können sie mit einem persönlichen Subjekt auftreten (z.B. Seine
Stimme donnerte Befehle, die Apfelbäume scheinen Blüten).

Alle anderen Gruppen von unpersönlichen Verben nennt man unechte unpersönliche Verben (unechte Impersonalia), weil sie auch persönlich gebraucht werden
können (z.B. Gemütszustand bezeichnen).

Daneben bestehen Parallelformen ohne unpersönliches Pronomen „es“: es friert mich = ich friere, es hungert mich – ich hungre. Nicht alle Verben aus dieser
Gruppe lassen eine Umformung zu: es schwindelt mich (у меня кружится голова) – ich schwindle (я вру).

Manche Verben können persönlich und unpersönlich gebraucht werden. Dabei kann die Bedeutung unverändert bleiben (z.B. der Vorsitzende läutet/es läutet).
Die Bedeutung kann auch geändert werden (z.B. Er gibt mir das Buch/Es gibt auf dem Tisch ein Buch). Bei der Fügung des Verbs mit dem Subjekt muss die
Bedeutung des Subjekts berücksichtigt werden, weil die Semantik des Verbs und seine weiteren Fügungswerte davon abhängen. Vor allem ist die Einteilung in
Lebewesen und Nichtlebewesen wichtig (z.B. der Schlot raucht/der Mensch raucht).

Die Verben, welche ein Objekt haben können oder müssen, heißen objektive Verben (die meisten Handlungsverben). Die Verben, die mit keinem Objekt
zusammengefügt werden, heißen subjektive Verben (dazu gehören: Zustands-, Vorgangs- und ein Teil von Ereignisverben; manche Wissenschaftler zählen dazu
auch Witterungsverben). Unter allen Objekten hebt man das Akkusativ-Objekt und die Verben mit solchem Objekt nennt man transitive Verben, im Gegensatz zu
allen anderen den so genannten intransitiven Verben. Es gibt Fälle, wo ein Genetiv- oder Präpositionalobjekt eine ebenso innige Beziehung zwischen der
Handlung und dem Gegenstand widerspiegelt, wie Akkusativ (z.B. den Gast erwarten/auf den Gast warten; eines Kugelschreibers bedürfen/einen Kugelschreiber
brauchen).

Die Verben mit den Vorsilben „an-, be-, er-„, welche von den entsprechenden intransitiven Verben abgeleitet sind, brauchen immer ein Akkusativobjekt. Die
genannten Präfixe ändern die lexikale Bedeutung des Verbs, deswegen darf man sie nicht als grammatische Mittel der Transivierung betrachten. Einen
obligatorischen Mitspieler im Akkusativ haben die so genannten kausativen Verben. Sie haben Entsprechungen unter den starken Verben, von denen sie
abstammen, und bezeichnen das Veranlassen zur Handlung oder Zustand (legen, stellen, setzen). Semantisch verwandt mit den Kausativa sind die faktitiven
Verben, welche von Adjektiven abgeleitet und auch immer ergänzungsbedürfig sind (schärfen, kürzen). Einige transitive Verben sind nicht ergänzungsbedürfig,
sondern ergänzungsfähig.

Morphologisch hat das deutsche Verb drei Grund- oder Stammformen, welche allen anderen Formen, welche allen anderen Formen zugrunde liegen. Je nach der
Bildung der Grundformen baut man folgende morphologische Klassifikation der Verben auf:

die schwachen;

die starken;

die Verben mit Präsensumlaut;

die Präteritopräsentia;

die unregelmäßigen Verben

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kausativ/faktitiv: Gruppe von Verben, die ein „Verursachen“ beschreiben. Viele von ihnen können durch syntaktische Konstruktionen mit „machen“ oder
„bewirken“ umschrieben werden. Abhängig davon, ob der –>Stamm ein Verb oder ein Adjektiv ist, unterscheidet man zwischen kausativ und faktitiv.
kausativ: tränken (= trinken machen) faktitiv: schärfen (= scharf machen)

Die aktionsmäßige Klassifikation der Verben.

Unter der Aktionsart versteht man die semantische Kategorie des Verbs, um einen Vorgang nach zeitlichen bzw. inhaltlichen Gesichtspunkten zu
charakterisieren. Bei der Aktionsart muss zunächst einmal grundsätzlich unterschieden werden zwischen durativen (imperfektiven) und nicht-durativen
(perfektiven) Verben. Die durativen Verben beschreiben eine Handlung oder einen Vorgang als einen zeitlich nicht strukturierten Ablauf (z.B. blühen,
wachsen). Im Gegensatz dazu wird bei den nicht-durativen Verben die durch eine Beginn- oder Endphase begrenzte Entwicklung eines Geschehens betrachtet
(z.B. verblühen, erwachsen).

Die aktionsmäßige Unterschiede machen sich in der Wahl des Hilfsverbs bei der Bildung des Perfekts bzw. Plusquamperfekts der intransitiven Verben
bemerkbar, vgl.: wachen (haben) – erwachen (sein), blühen (haben) – erblühen (sein) usw., dann in der Möglichkeit das Partizip II attributiv zu verwenden:
der erwachende, der wachende; in der Bildung des Stativs: das Buch ist aufgeschlagen.

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Transitiv nennt man Verben, die durch ein Akkusativobjekt ergänzt werden, das bei der Passivtransformation zum Subjekt des Satzes wird (Transformation):
ich schreibe einen Brief, hole ein Brot.

Die Nominalformen des Verbs (Bildung und Bedeutung).

Nominalformen oder Verbum infinitum heißen die Formen des Verbs, die nicht durch eine Person bestimmt sind. Es sind dies Infinitive und Partizipien. Sie
stehen ohne Bezug zu einem Subjekt. Sie sind zwar zeitlich unterschieden, aber die Zeit ist bei ihnen nicht wie bei dem finiten Verb auf das gerade
ausgedrückte Geschehen festgelegt. Der Infinitiv Präsens z.B. steht beim Futur oder bei einem in der Vergangenheit ausgedrückten Geschehen: Ich werde dich
besuchen. Ich habe mich gefreut, dich zu sehen. Sie stehen ohne Beziehung zum Modus: Du kannst ihn fragen. Du könntest ihn fragen.

Infinitiv des Präsens (Infinitiv I) des Aktivs und des Passivs: tragen/getragen werden.

Infinitiv des Perfekt (Infinitiv II) des Aktivs und des Passivs: getragen haben/getragen worden sein.

In einigen Grammatikbüchern zählt man auch Stativ dazu:

Infinitiv I Stativ: gebaut sein

Infinitiv II Stativ: gebaut gewesen sein

Das Wesen des Substantivs.

Das Substantiv ist neben dem Verb die wichtigste Wortart. Substantive machen mehr als die Hälfte unseres Wortschatzes aus und heißen deshalb auch
„Hauptwörter“. Die grammatische Bedeutung des Substantivs liegt im Ausdruck jedes Begriffs oder jeder Vorstellung als etwas Dinghaftes oder eine Substanz.
Wenn ein Substantiv unmittelbar den Begriff eines Dinges bezeichnet, dann fällt die grammatische Bedeutung mit der lexikalischen zusammen. Wenn ein
Substantiv den Begriff eines Prozesses, einer Eigenschaft bezeichnet, dann widerspricht lexikale Bedeutung Substantivs der grammatischen Bedeutung.

In funktionaler Hinsicht ist die Wortklasse Substantiv ebenfalls die wichtigste: ihre Elemente können im Satz in allen syntaktischen Funktionen auftreten:

als Subjekt und Objekt: Unser Staat gibt den Werktätigen viele Entwicklungsmöglichkeiten.

als Attribut: Das Haus des Vaters.

als Adverbiale: Eines Tages. Der Arzt kam nachmittags.

Von der funktionalen Wichtigkeit des Substantivs zeugt auch die Tatsache, dass jede beliebige nicht-substantivische Spracheinheit im Prinzip substantiviert
werden kann. Am leichtesten erfolgt die Substantivierung der Adjektive und der Infinitive im Deutschen.

Die morphologische Struktur des Substantivs ist im Deutschen durch zwei Merkmale gekennzeichnet. Erstens wird das Substantiv dekliniert, also nach Kasus
und Zahl verändert, wobei aber die Formen dieser grammatischen Kategorien sehr ungleichmäßig und zum Teil sehr unzureichend in der Struktur des Substantivs
selbst bezeichnet werden. Als Folge dieser flexivischen Mangelhaftigkeit des Substantivs werden zweitens in breiterem Umfange die grammatischen Kategorien
des Substantivs durch die Form anderer Wortarten wiedergegeben, die zur Gruppe des Substantivs gehören und mit ihm kongruieren (übereinstimmen) (das
Prinzip der MONOFLEXION). Der Artikel hat einen wichtigen Anteil am Ausdruck aller grammatischen Inhalte des Substantivs (bei der Bezeichnung des
grammatischen Geschlechts, bei der Individualisierung oder Generalisierung, bei der Bestimmtheit oder Unbestimmtheit).

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